Er ist einfach unberechenbar, stets zur falschen Zeit, am falschen Ort: der Fleck. Gern ruiniert er unser Lieblingskleid, das frisch gewaschene Hemd oder die kostbare Seidenkrawatte - ohne jede Vorwarnung.
Nein, wir sind selten gewappnet und meistens erschreckt. Unsere spontane Reaktion: Wir greifen zum Papiertaschentuch oder zur nahe liegenden Serviette und … reiben. Genau das sollten wir eben nicht.
Die goldene Profiregel: Niemals reiben ! Denn dadurch dringen die Flecksubstanzen und Farbstoffe noch tiefer in das Gewebe ein. In jedem Fall wird die textile Oberfläche strapaziert und häufig sogar beschädigt. Im schlimmsten Fall gibt die Serviette eigene Farbstoffe an das Kleidungsstück ab.
Der Profi-Tipp zur Soforthilfe: Nehmen Sie den groben Schmutz zunächst vorsichtig mit einem trockenen, sauberen (Taschen) Tuch ab. Legen Sie ein weiteres Tuch unter das Gewebe. Tropfen Sie lediglich etwas Wasser auf den Fleck und tupfen Sie die nasse Stelle schließlich wieder vorsichtig ab, um die nun verdünnte Flecksubstanz aufzusaugen. Sie können diesen Vorgang so lange wiederholen, bis sich die Substanz nicht mehr verdünnen lässt und das Textil trocknen lassen.
Keine Angst vor Rändern, diese werden bei einer anschließenden Behandlung im Textilpflegebetrieb rückstandslos entfernt. Die professionelle Detachur ist der erste Reinigungsschritt vor der maschinellen Pflege, bei dem Flecken gezieltvorbehandelt werden. In Handarbeit, auf einem speziellen Detachiertisch, werden fetthaltige oder wachsähnliche, aber auch wasserlösliche Verfleckungen entfernt. Neben umfangreichem Wissen über Materialien, Färbungen und spezifischen Detachiermittel braucht es dafür das nötige Fingerspitzengefühl, vor alem aber das Fachwissen über die Materialeigenschaften der Textilien.
"Der Wahrheitsgehalt dieses Sprichwortes wurde in der letzten Zeit durch wissenschaftlich Untersuchungen mehrfach bewiesen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass in Kissen und Decken keine gesundheitsgefährdeten Schadstoffmengen vorhanden sind." sagt Willi Gröger, Inhaber der chem. Reinigung, Wäscherei und Teppichreinigung Gröger in Büdingen.
Wussten Sie, dass ein normaler Erwachsener pro Nacht bis zu 1,5 Liter Körperflüssigkeiten ausschwitzt? Das sind über 15 Liter Körperflüssigkeiten pro Monat die durch den Bezug in Ihre Kissen und Decken gelangen. Unsere Körperflüssigkeiten und die menschlichen Hautschuppen sind bei den etwa 10.000 Milben, die in jedem Bett in Deutschland leben, sehr beliebt. Allein 1,5 Gramm davon ernähren rund 1,5 Millionen der winzigen Spinnentiere. Deren Ausscheidungen können bei sensiblen Menschen zu allergischen Reaktionen führen. Ein Kopfkissen beispielsweise, das vier Jahre lang nicht gewaschen wurde, besteht zu 10% aus Milbenkot.
Daher muss man sich regelmäßig darum kümmern, das Bettdecken & Co. mindestens, besser zweimal jährlich vom Profi gewaschen werden. "In unseren großen Waschmaschinentrommeln haben Kissen und Decken genügend Platz, um komplett mit Wasser durchgespült zu werden. Dies geschieht in mehreren Spülgängen und natürlich sehr schonend." so Gröger.
Lässt man seine Bettdecke bei Gröger zweimal im Jahr waschen, kostet einen dies rund 2,50 pro Monat. Beachtet man dann noch die bekannten Federbettwochen des Traditionsbetriebs, die regelmäßig durchgeführt werden, so kann es noch günstiger werden. Dies sollte einem ein gesunder Schlaf doch Wert sein, oder ?
Rezepte aus Großmutters Hausapotheke wirken oft Wunder. Eine Menge alter Haushaltstipps dagegen sind von gestern. Beispielsweise die Idee, Kerzenwachs mit einem Löschblatt herauszubügeln. Das hat schon damals nicht funktioniert. Durch die Hitze löst sich der Wachs und ein großer Teil wird vom Löschblatt aufgenommen; aber das Fett bleibt im Gewebe. Flecken durch gefärbte Kerzen werden dabei regelrecht fixiert und lassen sich nur sehr schlecht wieder entfernen. Textilien mit Wachsflecken gehören definitiv in die Profipflege. In der klassischen Textilreinigung werden Farbe und Wachs vollständig entfernt.
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